… ich hab gedacht, ich muss die EINE Sache für mich finden.
Die EINE Passion, die EINE Tätigkeit, die EINE Nische.
Dabei will ich das gar nicht.
Ich will viel lieber verschiedene Dinge angehen.
So vielschichtig und dynamisch wie das Leben spielt, will auch ich mich in mehreren Themen ausprobieren und in letzter Zeit ist mir klar geworden, dass ich das auch DARF. Ich darf mir selber die Erlaubnis geben, verschiedene Projekte anzugehen, die mich interessieren und die Erfahrungen entlang des Weges aufzusammeln, die mir wiederum aufzeigen, was ich mag, was ich nicht mag, worin ich aufblühe vs. wo ich verkrampfe. Diese Einsicht und das pure Weitermachen haben mich erkennen lassen, dass nach dem Tief ein Hoch kommt und ich sag euch, es lässt mich aufatmen.
Geduld ist ja nicht gerade meine Stärke, daher darf ich auch hier sagen: Ich darf mir Zeit geben. So n Business aufzubauen ist ein Marathon und kein Sprint. Daher ist es ok, wenn mal solche Phasen dabei sind. Ein bisschen Biss gehört dazu. Und es ist ja wirklich so, dass ich jetzt die besten Voraussetzungen im Gepäck habe. Also warum nicht ausprobieren, was ist denn das Schlimmste was passieren kann? SELBST WENN es nicht klappen sollte, bin ich um ein Learning reicher und das kann mir keiner mehr wegnehmen. Ob ich dann noch meine lieb gewonnene Freiheit, die ich im Rahmen meiner Selbstständigkeit durchaus sehr schätze, wieder „hergeben“ kann, ist ne andere Frage (Stichwort Verlustaversion). Aber das kommt ja eh alles so, wie es kommen muss und man weiß nie, was morgen ist.
Daher mein Appell an alle, die sich von gesellschaftlichen Erwartungen in die Enge getrieben fühlen, sie müssten nun endlich mal die EINE Sache finden: Ihr müsst nicht. Ihr dürft auch verschiedene Projekte am Laufen haben. Ob ihr nun eher kreativ, wirtschaftlich, sozial, tiefgründig, weltoffen, flexibel, menschenfokussiert, reiselustig, verwaltend, zahlengetrieben, inspirierend… oder auch alles davon und noch viel mehr sein wollt. Das ist ok.
Für mich persönlich können das zB Marketing & Branding Projekte sein, das kann Organisationsentwicklung für ausgewählte Unternehmen sein, bei denen ich mich wohl fühle, das kann eine Lateinamerika-Reise sein, während der ich weiter Texte schreibe. Das kann in Zusammenarbeit mit Agenturen sein, um bei Projekten mitzuwirken. Das können Herzensprojekte sein, wo ich wirklich dahinterstehen will.
Ich will tiefer einsteigen in die vielen Themen, die mich wirklich interessieren. Psychologie, Philosophie, das Verstehen zwischenmenschlicher Zusammenhänge im Unternehmerkontext. Mehr über mich selbst lernen. Und meine Fähigkeiten. Ich will mir das Handwerkszeug aneignen und verfeinern. Und ja, ich darf dadurch oder besser gesagt dabei auch sicherer werden. Sicherheit gewinnen in meinem eigenen Tun und das Vertrauen an mich selbst.
Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung. Ich bin dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit habe, das jetzt in jungen Jahren zu tun und mich da auszuprobieren. Ich weiß, dass das für die früheren Generationen oder unter anderen Umständen so nicht möglich wäre. Dass man das fast schon als Luxus bezeichnen kann. Dass das Leben mir die Selbstständigkeits-Karte zugespielt hat und gesagt hat: Jenny, du lernst jetzt mal so richtig aus dir rauszukommen. Und deine Zweifel nicht länger zu verstecken.
Weil ich das alles sehr wohl kann. Weil ich das alles sehr wohl will. Und weil ich viel mehr bin, als nur die EINE Sache.